Abteilungen mit Grenzen vs Prozessorientierung

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit klingt logisch und kaum jemand würde sagen: „Nö, wenn jeder für sich alleine kämpft, dann sind wir viel effektiver.“

Gleichzeitig hört man in Unternehmen Aussagen wie „Wenn die aus Abteilung x sich mal anders verhalten würden, dann könnten wir als Abteilung y viel besser arbeiten“, wobei x und y wahlweise durch Vertrieb, Entwicklung, Einkauf, Produktion, Lager oder Service ersetzt werden kann.

Einige Qualitätsstandards heben den Wert der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit hervor. Zum Beispiel wird gemäß APQP am Ende jeder Projektphase ein Projektreview gefordert. In der Praxis werden die Bereichsleitungen zu Unterschriften auf dem Dokument „Teamherstellbarkeitszusage“ (team feasibility) genötigt, was mit bereichsübergreifender Zusammenarbeit wenig zu tun hat.

Was ist bereichsübergreifende Zusammenarbeit?

Es kommen zwei Betrachtungen infrage:

  1. Vertreter aus verschiedenen Bereichen treffen gemeinsame Entscheidungen.
  2. Prozessverantwortliche managen horizontal. Zur Umsetzung von Verbesserungen des Prozesse kann Änderungsbedarf in anderen Bereichen erforderlich sein. Diese gilt es bereichsübergreifend umzusetzen, auch wenn disziplinarisch kein direkter Durchgriff besteht.

Beiden Betrachtungsweisen gehen im Arbeitsalltag allzu oft unter. Warum gestaltet sich bereichsübergreifende Zusammenarbeit oft schwierig? Was sind die Voraussetzungen? Diese Fragen lassen sich mit einem Blick auf die Erfolgsfaktoren beantworten lassen.

Erfolgsfaktoren für bereichsübergreifende Zusammenarbeit sind:

  1. Einheitliche Unternehmensausrichtung und -ziele.
  2. Kommunikationskompetenz aller beteiligten Personen.
  3. Wertschätzende Haltung aller beteiligten Personen.

Trifft einer dieser Punkte nicht zu, ist der bereichsübergreifende Ansatz zum Scheitern verurteilt.

Was können Unternehmen tun?

  1. Festlegung des ernstgemeinten Unternehmensleitbilds (Strategische Ausrichtung), welches Orientierung für den Arbeitsalltag bietet. Dieses Leitbild muss mehr sein, als nur ein schön formulierter Aushang (vgl. QM-Podcast Qualitätspolitik).
  2. Definition klar priorisierter Unternehmensziele: Wichtig: Alle Beteiligten kennen ihren Beitrag zur Zielerreichung und stehen nicht in Konkurrenz zu anderen Bereichen.
  3. Bei Problemen soll nicht nach den Schuldigen gesucht werden, sondern Ideen zur Vermeidung eines Wiederauftretens sind gefragt.
  4. Mitarbeitende werden regelmäßig zu Kommunikationstechniken geschult (Moderation, Konfliktlösung, Präsentation, GfK, …).
  5. Führungskräfte leben bewusst eine wertschätzende Haltung vor und vermitteln diese in Gesprächen mit Kolleg*innen und Mitarbeitenden.
Bereichsübergreifende Zusammenarbeit will eigentlich jeder. Jedoch ist die erfolgreiche Umsetzung an Voraussetzungen geknüpft.
Bereichsübergreifende Zusammenarbeit
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