KI im QM in der Praxis mit Tom Rittel von chargecloud
In dieser Episode der QM-Impulse ist Tom Rittel von chargecloud mein Gast. Tom gewährt uns Einblicke in praktizierte Einsatzszenarien für KI im Qualitätsmanagement:
🏄♀️ Sophie fragen, statt Dokumente zu suchen 🧑💻 Mit Axel den Auditprozess beschleunigen 🙋♀️ Meetings mit Mia effizient abschließen
Freu dich auf spannende Impulse direkt aus der Praxis.
„Wird das dann nicht alles zu bunt?“ 🎨 Warum Formatfreiheit im QM ein Segen ist
Vergangene Woche saß ich wieder mit einem Kunden in einem spannenden Workshop zur Neugestaltung des Managementsystems. Wir sprachen darüber, wie wir die Prozessdokumentation näher an die Mitarbeiter bringen können, damit sie endlich auch gelesen und gelebt wird.
Ich machte einen eigentlich simplen Vorschlag: „Lasst doch die Prozessverantwortlichen selbst entscheiden, in welchem Format sie ihre Prozesse dokumentieren!“ Egal ob als kurzes Video, als klassisches Flowchart, als Fließtext oder als bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung – wer den Prozess verantwortet, weiß am besten, wie man ihn erklärt.
Die Reaktion am Tisch kam prompt, begleitet von leicht gerunzelten Stirnen:
„Aber Stephan … wird das dann nicht alles zu bunt?“
Die ewige Grauzone: Wann gehört „Entwicklung“ in den ISO 9001 Anwendungsbereich der Zertifizierung?
Viele zertifizierte Organisationen schließen die Normanforderungen aus Abschnitt 8.3 „Entwicklung“ aus. Genauer gesagt begründen sie deren Nichtanwendung.
In der Folge reduziert sich der Aufwand für die Zertifizierung und die damit verbundenen Zertifizierungskosten ein wenig. Jedoch ist das selten der Grund für den Ausschluss. Vielmehr ist es die Angst vor zusätzlichem Dokumentationsaufwand für die jährlichen Zertifizierungsaudits.
Normkauderwelsch
Jedoch sind auch die Formulierungen der Normanforderungen und Definitionen wenig hilfreich, um Organisationen bei der Entscheidung zu unterstützen.
Leider bietet auch die kommende ISO 9001:2025 nicht mehr Klarheit. Nach wie vor heißt es: „Die Organisation muss einen Entwicklungsprozess … aufrechterhalten, der dafür geeignet ist, die anschließende Produktion und Dienstleistungserbringung sicherzustellen.“
NEXT GEN QM – Im Gespräch mit Benedikt Sommerhoff, Leiter QualityLab der DGQ
In dieser Episode der QM-Impulse spreche ich mit Benedikt Sommerhoff, Leiter Quality Lab der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) und Herausgeber des Fachmagazins QZ Qualität und Zuverlässigkeit des Carl Hanser Verlags.
Benedikt ist bereits zum zweiten Mal zu Gast im Podcast. Anlass für unser Gespräch ist sein neues Buch „Next-Gen QM“, das zeitgleich mit dieser Episode erscheint. Ich durfte vorab schon hineinlesen – und kann sagen: ein äußerst gelungenes Werk mit vielen wertvollen Impulsen für ein modernes Qualitätsmanagement.
Die ISO 9001:2026 wird im Herbst 2026 erwartet. Ignoriert man ein paar wenige Panikmacher und Geldgeier, hat sich inzwischen hoffentlich hinreichend herumgesprochen, dass man an bestehenden QM-Systemen weitestgehend nichts ändern muss.
Allerdings hat uns das Amendment 02/2024 mit dem Thema Klimawandel bereits leidvoll gezeigt, dass auch Scheinneuerungen zu ungeahnten Auditsituationen führen. Hierzu habe ich bereits ausgiebig informiert: 🔗 Klimawandel im Zertifizierungsaudit.
Daher wünsche ich uns allen, dass die textlichen Anpassungen der ISO 9001:2026 dieses Mal nicht mit neuen Anforderungen verwechselt werden.
QM-Wünsche für 2026
Beispiel: Umgang mit Risiken und Chancen
Nur weil die Maßnahmen zu Chancen und Maßnahmen zu Risiken zukünftig getrennt beschrieben werden, dürfen Organisationen weiterhin Maßnahmen zu Chancen und Risiken in gewohnter Manier bearbeiten. Die ISO 9001 fordert weder, dass man zwischen Chancen und Risiken unterscheidet, noch dass man diese getrennt handhaben müsse.
Die textliche Trennung lädt lediglich dazu ein, die Chancen nicht zu vergessen und sich nicht nur auf die offensichtlichen Risiken zu stürzen. Inwieweit eine Organisation das annimmt, ist und bleibt Sache der Organisation.
Zudem bin ich der Meinung, dass es kaum Chancen ohne Risiken oder Risiken ohne Chancen gibt. Hierzu werde ich in diesem Jahr einen separaten Artikel schreiben.
Auditoren dürfen gerne fragen:
✅ „Hat die Normänderung zu einer Veränderung im Umgang mit Risiken und Chancen geführt?“ ✅ „Was sind die letzten Maßnahmen zum Umgang mit Chancen?“
Wünsche an Qualitätsmanagement, Audits und Zertifizierung
Jan Jörgensmann
Kurz vor Weihnachten widmet sich Episode Nr. 97 der QM-Impulse der Frage: Was wünschen wir uns eigentlich für das Qualitätsmanagement?
Zu Gast ist erneut Jan Jörgensmann, der zum zehnten Mal im Podcast dabei ist. Gemeinsam sprechen wir über Qualitätsmanagement jenseits von Checklisten und Pflichtübungen – mit Blick auf Audits, Zertifizierung und die anstehende Revision der ISO 9001.
Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Normforderungen, sondern Haltung und Wirkung: 📄 Wie viel Dokumentation ist sinnvoll? 👁️ Wo braucht es mehr Augenmaß? 🫠 Und welche Rolle spielen Vertrauen, Erfahrung und Normkompetenz im QM-Alltag?
Die Episode verbindet persönliche Einblicke aus Auditpraxis und Organisationsarbeit mit grundsätzlichen Überlegungen zur Weiterentwicklung von Managementsystemen. Dabei geht es auch um Bürokratie, Verantwortung und die Frage, wie QM Organisationen tatsächlich unterstützen kann.
🎧 Eine Episode für QMBs, Auditor:innen, Führungskräfte und alle, die Qualitätsmanagement nicht nur erfüllen, sondern verstehen wollen.
Wenn der 8D-Report kommt – aber das Geschenk fehlt
Es war der 21. Dezember, draußen rieselte der Schnee, drinnen roch es nach Zimt, Tannennadeln und einem Hauch Vorweihnachtsstress. Alles lief nach Plan – die Lichterkette hatte den Funktionstest bestanden, die Plätzchen waren gleichmäßig goldbraun, und sogar das Geschenk für den Nachwuchs war fast pünktlich angekommen.
Fast …
Denn als der Karton geöffnet wurde, wich die Vorfreude schnell einem mulmigen Gefühl. Das heiß ersehnte Geschenk – ein technisches Spielzeug – war nicht nur schlampig verpackt, sondern offensichtlich defekt: Display gesprungen, Bedienelement lose.
Beschwerdemanagement beim Weihnachtsmann
Weihnachten rückte näher. Und mit jedem Blick auf den Kalender wuchs der Druck: Was tun?
Das Verhalten der Auditorinnen und Auditoren kann deutliche Spuren im Qualitätsmanagementsystem hinterlassen.
In Episode 96 der QM-Impulse spreche ich mit Melanie Möller darüber, wie Zertifizierungsaudits Managementsysteme sowohl positiv als auch kritisch beeinflussen können. Melanie Möller ist QM-Beauftragte des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Recklinghausen sowie Zertifizierungsauditorin für ISO 9001 und AZAV.
Gemeinsam beleuchten wir typische Einflussfaktoren, dynamische Wechselwirkungen zwischen Auditoren und Organisationen und entwickeln praxisnahe Handlungsempfehlungen.
Viel Spaß beim Hören (Audioplayer) oder Sehen (YouTube-Video).
Fast jede ISO 9001 zertifizierte Organisation pflegt Dokumente, in denen Prozesse beschrieben werden. Diese Dokumente tragen verschiedene Bezeichnungen, wie etwa Verfahrensanweisungen, Prozessbeschreibungen oder SOPs (standard operation precedures) in Form von Flowcharts, Swimlanes, Fließtexten und Kombinationen daraus.
Am Anfang von QM-Projekten herrscht oft große Begeisterung beim Erstellen von Prozessdarstellungen. In den meisten Fällen verebbt diese Begeisterung und die verantwortlichen Führungskräfte, die sich jetzt Prozesseigner oder Prozessverantwortliche nennen dürfen, widmen sich nach der Freigabe wieder ihrem Tagesgeschäft.
Erst kurz vor dem nächsten externen Audit kommt der Appell von QM-Beauftragten, die visualisierten Darstellungen im Handbuch zu prüfen und bei Bedarf zu aktualisieren.
Mehr oder weniger aufwändig werden die Prozessbeschreibungen mit der Realität abgeglichen. Ein echter Nutzen ist oftmals nicht erkennbar, sodass viele Führungskräfte es als Zeitverschwendung betrachten.
Der Volksmund sagt: „Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht das Produkt.“
Die ISO 9000 definiert Qualität als „Grad, in dem innewohnende Merkmale eines Produktes oder einer Dienstleistung festgelegte, verpflichtende oder üblicherweise vorausgesetzte Anforderungen erfüllen.“
Insoweit passen ISO-Definition und Volksmund zusammen: Wenn Anforderungen erfüllt wurden, besteht wenig Anlass zur Reklamation.
Somit verfolgt ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 das Ziel, die Produktqualität und/oder die Dienstleistungsqualität sicherzustellen. Genau aus diesem Grund wurde in vielen Branchen ein ISO 9001-Zertifikat verlangt. Die Hoffnung war groß, dass zertifizierte Lieferanten fehlerfrei funktionieren.
Was ist Qualität nach ISO 9001?
Es sollte inzwischen kein Geheimnis mehr sein, dass ein Zertifikat herzlich wenig über die Qualität einer Organisation aussagt. Das ist hier aber nicht das Thema. Wir fokussieren uns weiterhin am Begriff der Qualität.