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Wie Lieferantenentwicklung verhindert wird

Wie Lieferantenentwicklung verhindert wird

Vor kurzem zeigte mir einer meiner Kunden einen Brief, den er von einem seiner Kunden zu „Lieferantenentwicklung“ erhalten hat. Das zweiseitige Schreiben wurde von einer großen deutschen Unternehmensgruppe an all seine Lieferanten verschickt. Auf der ersten Seite wurde die strategische Ausrichtung des Einkaufs in blumigen Worten beschrieben – man wolle den Lieferantenstamm reduzieren und dafür die Zusammenarbeit optimieren – soweit so gut.

Dann kam jedoch die Seite zwei. Hier wurde darauf hingewiesen, dass jene Lieferanten die von der optimierten Zusammenarbeit profitieren wollen, den folgenden zwei Bedingungen zuzustimmen haben:

Gedanken zum Thema Führung

Gedanken zum Thema Führung

Wie viel Prozent der Zeit verbringen Ihre Führungskräfte mit Führung? Was tun sie dann eigentlich genau?

Leider ist es in vielen Unternehmen üblich, dass die sogenannten Führungskräfte im Tagesgeschäft untergehen und die zu führende Abteilung oder der zu führende Prozess irgendwie funktioniert.

Oftmals reduziert sich das Führungsthema auf Arbeitsverteilung und willkürlichen Einzelaktionen („wir machen mal Jahresgespräche“, „lasst uns mal zusammensetzen“, …).

Noch schlimmer ist es, wenn die Führungskräfte nicht wissen, was zu ihren Führungsaufgaben gehört, was leider auch kein seltenes Phänomen ist!

Audittourismus

Audittourismus

Wenn zwei zusammenhanglose Begriffe zueinander finden, dann ist etwas entstanden, wofür es noch keine Worte gab. So auch beim „Audittourismus“.

Audit: „… systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung von Auditnachweisen und zu deren objektiver Auswertung, um zu ermitteln, inwieweit Auditkriterien erfüllt sind.“ [ISO 9000:2005]

Tourismus: „… auch Touristik, Fremdenverkehr ist ein Überbegriff für Reisen, die Reisebranche und das Gastgewerbe und die Freizeitwirtschaft.“ [Wikipedia]

Es gab einmal den Kerngedanken, dass eine nach ISO 9001 zertifiziert Organisation mit dem akkreditierten Zertifikat von Kundenaudits verschont bleibt. Jedoch haben viele Kunden festgestellt, dass ISO 9001 Zertifikate keine echten Qualitätssiegel sind. Aus diesem Grund werden weiterhin Audits bei den Lieferanten durchgeführt.

Der geeignete Prozesseigner

Geeigneter Prozesseigner

Die meisten Organisation, die nach ISO 9001 zertifiziert ist, haben im Managementsystem sogenannte Verfahren in Form von Ablaufdiagrammen, Flowcharts, Prozessbeschreibungen oder ähnlichem beschrieben. Diese Ablaufbeschreibungen werden in den meisten Fällen von einem Prozessverantwortlichen (Prozesseigner) freigegeben

Oft ist es leider so, dass der Prozessverantwortliche sich nach der Freigabe wieder seinem Tagesgeschäft widmet. Erst kurz vor dem jährlichen Zertifizierungsaudit erinnert sich mancher Prozessverantwortliche daran, dass es Prozesse im Handbuch gibt, die er vor einiger Zeit freigegeben hat. Selbst wenn sich der Prozessverantwortliche nun eine Stunde Zeit nimmt, weiß er unter Umständen nicht, was er konkret tun soll.

Billig einkaufen?

Billig einkaufen

Wenn aus Kostengründen mehr gezahlt wird

Hauptsache billig einkaufen! China, Indien und Pakistan, ein El Dorado für viele Einkäufer deutscher Unternehmen. Die Lohnkosten fallen kaum ins Gewicht und fehlende bürokratische Hürden (z.B. rechtliche Anforderungen zu den Themen Arbeitsschutz und Umwelt) werden in diesen Ländern so übertrieben“ wie in Deutschland.

Im letzten Ziel(-vereinbarungs-)gespräch erhält der Einkäufer eine messbare  Zielvorgabe, von der wiederum ein Teil seines Jahreseinkommens abhängt. Diese lautet beispielsweise 15 Prozent Beschaffungskosten einzusparen. Der Einkäufer fühlt sich fast gezwungen nach Fernost zu schauen. Ein erster Preisvergleich wirft beim Einkäufer die Frage auf, warum er nicht schon viel eher auf die Idee gekommen ist. Trotz Transport- und Zollkosten sind mehr als 15 Prozent möglich und die Jahresprämie scheint gesichert.

Unternehmenskultur als Erfolgsgrundlage

Das Titelbild zeigt eine Gruppe von Personen zur Symbolisierung der Unternehmenskultur.
Qualitätspolitik, Unternehmenskultur, kotzen
Unternehmenskultur als Erfolgsgrundlage

Da aktuelle Managementsystemnormen (z.B. ISO 9001) es fordern, gibt es keine zertifizierte Organisation ohne ein dokumentiertes Leitbild. Meist hängen diese Niederschriften als „Qualitätspolitik“ oder „IMS-Politik“ in Eingangsbereichen oder Konferenzräumen aus.

Vergleicht man 100 formulierte Leitbilder, so wird man wahrscheinlich über 80% identische Aussagen lesen.

Das ist keineswegs erstaunlich oder gar schlecht, denn nichts spricht gegen Kundenorientierung, Mitarbeiterorientierung oder die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse.

Leider zeigt die Erfahrung als Berater und Auditor, dass die Leitbilder nicht ernst genommen werden und lediglich erstellt wurden, da sie ein KO-Kriterium für viele Zertifizierungen darstellt.

Was soll eigentlich eine festgeschrieben Unternehmenskultur in Form eines Leitbildes bringen?

Wirksame Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen

Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen

Die Abgrenzung von Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen führt immer wieder zu Verwirrungen. So werden zum Beispiel im 8d-Report Sofortmaßnahmen als Korrekturmaßnahmen deklariert und unter Vorbeugung findet man eigentliche Korrekturmaßnahmen. Auch in Seminaren stelle ich häufig fest, dass die Unterscheide nicht immer ganz klar sind.

Um den Unterschied zu verdeutlichen, erzähle ich gerne die Brunnengeschichte, aus der die Abgrenzung von Sofort-, Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen deutlicher hervorgeht.

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit

Abteilungen mit Grenzen vs Prozessorientierung

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit klingt logisch und kaum jemand würde sagen: „Nö, wenn jeder für sich alleine kämpft, dann sind wir viel effektiver.“

Gleichzeitig hört man in Unternehmen Aussagen wie „Wenn die aus Abteilung x sich mal anders verhalten würden, dann könnten wir als Abteilung y viel besser arbeiten“, wobei x und y wahlweise durch Vertrieb, Entwicklung, Einkauf, Produktion, Lager oder Service ersetzt werden kann.

Einige Qualitätsstandards heben den Wert der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit hervor. Zum Beispiel wird gemäß APQP am Ende jeder Projektphase ein Projektreview gefordert. In der Praxis werden die Bereichsleitungen zu Unterschriften auf dem Dokument „Teamherstellbarkeitszusage“ (team feasibility) genötigt, was mit bereichsübergreifender Zusammenarbeit wenig zu tun hat.

Normflut für Managementsysteme

Normflut für Managementsysteme, Welle, Brandung

Welche Normflut ist gemeint? Aktuell erfindet jede Branche das Rad neu und es werden „neue“ Standards (Normen) geschrieben. Die Unternehmen werden durch Ihre Kunden gezwungen, branchenspezifische Normen umzusetzen. Die Zertifizierungsgesellschaften und auch viele Berater freuen sich: Der Rubel rollt! Ich habe die Befürchtung, dass der Schuss nach hinten losgeht, da die Akzeptanz und die Sinnhaftigkeit der Managementsysteme in der Zertifizierungsflut untergehen!!! Insbesondere wenn man bedankt, dass oftmals 80% der Standards inhaltlich deckungsgleich sind.

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